Solin
Dalmatien,  Split

Solin – Die Geschichte des antiken Salona. Wie in der Nähe von Split eine der größten Städte des Römischen Reiches entstand

Lesezeit: 7 minuten

Letzte Aktualisierung 2026-10-13 Magda

Bei einer Reise durch Dalmatien machen sich die meisten Touristen sofort auf den Weg zum berühmten Diokletianpalast in Split. Dabei verbergen sich nur wenige Kilometer weiter, zwischen den Gebirgsmassiven Kozjak und Mosor, faszinierende Überreste einer Stadt mit einer noch beeindruckenderen antiken Geschichte.

Was sollte man über das antike Salona und das heutige Solin wissen?

  • Ein Gigant der Antike: Salona war einst die viertgrößte Stadt des gesamten Römischen Reiches und zählte sage und schreibe 60.000 Einwohner!    
  • Das dalmatinische Kolosseum: Das im 2. Jahrhundert n. Chr. erbaute Amphitheater bot Platz für bis zu 15.000 Zuschauer, die sich nach blutigen Gladiatorenkämpfen sehnten.
  • Wiege der kroatischen Staatlichkeit: Solin ist nicht nur eine römische Ruinenstätte, sondern auch der Ort der Krönung früherer Könige und das älteste Marienheiligtum Kroatiens.
  • Der perfekte Rückzugsort vor den Menschenmassen: Ein faszinierender archäologischer Freiluftpark, der Erholung und Entspannung am Rauschen der Mühlen am Fluss Jadro bietet.
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Im Herzen des sonnenverwöhnten Dalmatiens, dort, wo der Fluss Jadro sanft die Landschaft zwischen den mächtigen Bergmassiven Kozjak und Mosor durchzieht, verbirgt sich ein Ort mit einer absolut außergewöhnlichen, vielschichtigen Geschichte. Die heutige Kleinstadt, auf den Landkarten als Solin bekannt, ist ein ruhiger Nachbar des vor Touristen aus allen Nähten platzenden dalmatinischen Giganten – Split. Paradoxerweise sähen diese Verhältnisse jedoch genau umgekehrt aus, würden wir die Zeit um genau zwei Jahrtausende zurückdrehen. Doch bevor der römische Kaiser Diokletian überhaupt daran dachte, seinen luxuriösen Palast an der Adria zu errichten, pulsierte genau hier, auf dem Gebiet des heutigen Solin, das Leben der mächtigen, kosmopolitischen und sagenhaft reichen antiken Stadt Salona.

Als viertgrößte Stadt des riesigen Römischen Reiches war Salona das administrative, kulturelle und wirtschaftliche Zentrum der damaligen römischen Provinz Dalmatien. Heute laden die monumentalen Überreste dieses Ortes Reisende zu einer einzigartigen, äußerst greifbaren Begegnung mit der Geschichte der Antike und des Mittelalters ein. Warum sollte jeder Liebhaber von Zeitreisen von den ausgetretenen Pfaden abweichen und mindestens einen Tag für die gründliche Erkundung von Solin einplanen? Schnallt euch an, wir begeben uns auf eine faszinierende Reise in die Zeit der Gladiatoren, antiken Ingenieure und frühmittelalterlichen Monarchen.

Der größte archäologische Park Kroatiens: Willkommen in Solin

Die heutige Besichtigung der Überreste der einstigen römischen Großmacht beginnt am bequemsten etwa einen Kilometer vom Zentrum des heutigen Solin entfernt. Aus der Perspektive des 21. Jahrhunderts ist es kaum zu glauben, dass an diesem malerischen, ruhigen und grünen Ort zu seiner Blütezeit bis zu 60.000 Menschen lebten! Das entspricht der Einwohnerzahl einer heutigen Stadt, was in der Antike ein Wert war, der ausschließlich den größten Metropolen der Welt vorbehalten war.

Das dalmatinische Pompeji direkt vor der Haustür der Touristen

Die für Besucher zugängliche archäologische Stätte des antiken Salona ist heute offiziell der größte Park dieser Art in ganz Kroatien. Viele angesehene Historiker bezeichnen dieses Gebiet mit voller Überzeugung als großes „Freilichtmuseum“ und ziehen dabei nicht selten einen sehr treffenden Vergleich: Salona bedeutet für Split genau dasselbe wie das berühmte Pompeji für Neapel.

Bei einem gemächlichen Spaziergang auf den angelegten Wegen bieten sich den staunenden Touristen die erhaltenen Umrisse eines prächtigen Theaters, das im 1. Jahrhundert n. Chr. erbaut wurde. Ein Stück weiter erheben sich majestätisch die mächtigen Fundamente römischer Tempel, luxuriöser öffentlicher Thermen, frühchristlicher Basiliken sowie weitläufiger Friedhöfe, auf denen die damaligen Bürger ihre Angehörigen in reich verzierten Sarkophagen beisetzten. Die Krone aller Sehenswürdigkeiten dieses einzigartigen Naturschutzgebiets bleibt jedoch die ehemalige Arena, in der einst die antiken Krieger gegeneinander kämpften.

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Blut, Sand und christliche Märtyrer: Die Geheimnisse des riesigen Amphitheaters

Der ikonischste Höhepunkt eines Rundgangs durch die Ruinen von Salona ist nach wie vor das römische Amphitheater. Es stammt aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. und war in seiner Blütezeit das Epizentrum der Unterhaltung, wo täglich das berühmte römische Motto „Brot und Spiele“ realisiert wurde.

Eine Arena für 15.000 Zuschauer, die nach Nervenkitzel gieren

Die Größe, mit der die Ingenieure das dalmatinische Amphitheater errichteten, flößt großen Respekt ein. Nach Berechnungen von Experten konnten seine ovalen Tribünen gleichzeitig mindestens 15.000 jubelnde Zuschauer aufnehmen. Der Hauptzweck eines solch gewaltigen Bauwerks war jedoch natürlich die Ausrichtung brutaler Kämpfe zwischen Gladiatoren und wilden Tieren. Ein Zeugnis dieser tödlichen Wettkämpfe ist ein von Wissenschaftlern entdeckter spezieller Friedhof für gefallene Gladiatoren.

Bemerkenswert ist, dass das Amphitheater in Salona auch in die äußerst düsteren Kapitel des frühen Christentums eingegangen ist. Auf dem festgestampften Sand der hiesigen Arena fanden während der von Kaiser Diokletian angeordneten Verfolgungen viele der ersten Anhänger des neuen Glaubens einen grausamen Märtyrertod. Unter ihnen befand sich auch der heilige Dujam selbst – der erste Bischof von Salona und heute Schutzpatron des benachbarten Split.

Warum hat das Amphitheater bis heute nicht überdauert? Eine überraschende venezianische Intervention.

Wenn man inmitten der Ruinen steht, wird sich ein aufmerksamer Tourist fragen: Warum ist das Amphitheater in Salona, im Gegensatz zur berühmten Arena in Pula, in einem so verfallenen Zustand erhalten geblieben? Das mächtige Bauwerk hat weder dem Zahn der Zeit noch Erdbeben standgehalten. Es wurde im 17. Jahrhundert von den Venezianern absichtlich dem Erdboden gleichgemacht. Sie taten dies aus militärischen Gründen – sie befürchteten, dass die herannahende Armee des Osmanischen Reiches die Mauern des Amphitheaters während einer Belagerung als fertige Festung nutzen würde. Seitdem ist die verfallene Arena leider zu einem riesigen „kostenlosen Steinbruch“ geworden. Aus ihren Steinen wurde 1963 das benachbarte Parać-Haus errichtet, in dem archäologische Sammlungen untergebracht sind.

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Die Burg von Zvonimir: Wo das mittelalterliche Kroatien entstand

Solin ist jedoch nicht nur ein Erbe des Römischen Reiches. Nach dem Untergang der Römer und der Migration der Slawen wurde diese Kleinstadt zu einem der wichtigsten und heiligsten Orte für die sich herausbildende kroatische Staatlichkeit.

Die Insel der Muttergottes am „kroatischen Jordan“

Ein einzigartiger topografischer Vorzug des Städtchens ist die malerische Insel der Muttergottes (Gospin otok), die vom Fluss Jadro umspült wird, den die Einheimischen liebevoll als „kroatischen Jordan“ bezeichnen.

Gospin otok gilt als erste dauerhafte Siedlung der alten kroatischen Stämme. Heute ist es zudem das älteste und am meisten verehrte Marienheiligtum in ganz Kroatien. Im 10. Jahrhundert wurden hier auf Wunsch der kroatischen Königin Jelena zwei Kirchen errichtet. Die spirituelle Bedeutung dieser Insel ist so groß, dass Papst Johannes Paul II. diesen historischen Wallfahrtsort 1998 feierlich besuchte.

Das Geheimnis der „Lochkirche“ und die Königskrönung

Wenn wir die mittelalterlichen Ecken des heutigen Solin erkunden, stoßen wir auf die Überreste einer Kirche mit einem äußerst eigenartigen Namen – Šuplja crkva (Lochkirche).

Es handelt sich um eine frühmittelalterliche Kirche aus dem 11. Jahrhundert. Sie hat eine unvorstellbare Bedeutung für das Volk, denn genau innerhalb ihrer Mauern wurde im Jahr 1075 der Herrscher Dmitar Zvonimir zum König gekrönt. Dieses Ereignis hat die Stadt für immer geprägt, weshalb Historiker Solin bis heute als „Zvonimirov Grad“ bezeichnen. Und woher stammt der Name „Lochige Kirche“? Im 17. Jahrhundert verlor das durch die Wirren der Kriege zerstörte Bauwerk vollständig sein Dach, und die neu hinzukommenden Siedler, die nur die nackten Mauern sahen, tauften es schnell als leer und löchrig.

Idylle abseits der Hitze: Historische Wassermühlen

Wenn Sie sich nach vielen Stunden Spaziergang in der Hitze von der Fülle der antiken und königlichen Geschichte überwältigt fühlen, bietet Ihnen Solin eine wunderbare Erfrischung. Ein hervorragendes Mittel dagegen ist die „Gašpina mlinica“ – eine wunderschön restaurierte historische Wassermühle aus dem 18. Jahrhundert.

Da das Flussbett des Jadro absolut nie austrocknet, wurden hier in der Blütezeit bis zu 15 separate Mühlsteine mit Wasserkraft angetrieben! Die Mühle war bis weit ins 20. Jahrhundert hinein ununterbrochen in Betrieb und bildete das Zentrum des lokalen Handels. Heute ist es ein ruhiger, von kühlem Wasser umgebener Ort, der Entspannung und Erholung vom touristischen Trubel bietet.

Wo kann man in der Nähe übernachten? Empfohlene Unterkünfte in Solin

Eine Übernachtung in Solina ist eine hervorragende Alternative zu den teuren Hotels im Zentrum von Split – sie garantiert Ruhe und einen engen Kontakt zur Geschichte. Nachfolgend finden Sie eine Auswahl an hervorragend bewerteten Unterkünften, die Sie problemlos über Booking.com buchen können.

Hotel Salona Palace (Luxus vor den Toren der Antike)

Nur wenige Dutzend Meter von den Ruinen der antiken Ausgrabungsstätte entfernt! Das Hotel Salona Palace bietet luxuriöse Zimmer, einen herrlichen, von Bäumen umgebenen Außenpool sowie ein Wellness- und SPA-Center. Wichtig ist, dass das Hotel über einen eigenen Strandbereich an der Adria verfügt und einen kostenlosen Transfer direkt ans Meer anbietet.    

Für wen: Für alle, die Luxus, Entspannung und Prestige direkt neben historischen Sehenswürdigkeiten suchen.    

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Hotel President Solin (Fünf-Sterne-Eleganz)

Wenn Sie Wert auf Annehmlichkeiten der Extraklasse legen, ist das prestigeträchtige Hotel President Solin (5*) genau das Richtige für Sie. Dieses Hotel ist ein wahres Juwel, das durch seinen königlichen Stil begeistert. Die Gäste können sich in den Innen- und Außenpools entspannen, ihre Zeit in der eleganten Bar mit Klavier verbringen und ihr Auto sicher auf dem bewachten Parkplatz abstellen.    

Für wen: Für Paare, die für einen romantischen Urlaub den absolut höchsten Standard suchen.

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Apartments Villa Salona Sky (Unabhängigkeit und Freiheit)

Für alle, die viel Platz schätzen, sind private Apartments eine hervorragende Wahl. Bei einem Aufenthalt in diesen klimatisierten Unterkünften genießen Sie oft einen herrlichen Blick vom Balkon auf den Fluss Jadro und haben uneingeschränkten Zugang zu einer eigenen Küche. Das garantiert eine gemütliche Atmosphäre und oft auch lokale Tipps von den freundlichen kroatischen Gastgebern.

Für wen: Für Familien mit Kindern, die mit dem Auto anreisen und den Komfort eines Zuhauses sowie angemessene Preise suchen.

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Zusammenfassend lässt sich sagen: Ein Besuch in Solin ist eine Flucht vor dem üblichen Sightseeing zugunsten einer echten Zeitreise. Ganz gleich also, ob ihr euch mit angehaltenem Atem das Dröhnen der Streitwagen im römischen Amphitheater vorstellt oder dem Rauschen der Mühlen am Fluss Jadro lauscht – die Geschichte des antiken Salona wird euch zweifellos auf den ersten Blick in ihren Bann ziehen.

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